Zwei Fremde im Zug

von Patricia Highsmith
aus dem Amerikanischen von Anne Uhde
Regie: Walter Adler
Hörspielbearbeitung: Bernd Lau und Walter Adler
Produktion: SDR/NDR 1993
50', 50'

Der Fremde, den der junge, aufstrebende Architekt Guy Haines im Zug kennen lernt und der sich als Charles Anthony Bruno vorstellt, macht einen schier unglaublichen Vorschlag: "Wir begehen beide einen Mord - für den anderen! Ich bringe Ihre Frau um und Sie meinen Vater! Kein Mensch weiß, dass wir uns kennen. Perfekte Alibis, verstehen Sie?" Was sich wie das Hirngespinst eines offensichtlich psychopathischen Alkoholikers ausnimmt, wird wenige Tage später erschreckende Realität. Bruno erwürgt Miriam, Guys Frau, und erwartet im Gegenzug die Ermordung seines Vaters. Guy ist entsetzt. Aber warum geht er nicht zur Polizei? Warum vertraut er sich nicht einmal der Frau an, die er liebt und demnächst heiraten will?
Obwohl Guy den weinerlichen aufdringlichen Bruno verabscheut, kommt er nicht von ihm los. Das liegt nicht nur daran, dass Bruno Guys erste Frau Miriam ermordet hat und behauptet, er habe es für Guy getan, für dessen Lebensglück. Es liegt auch nicht an der unverschämten Aufdringlichkeit Brunos, diesen Schrei nach Freundschaft, der bei Nichterwiderung plötzlich in Erpressung umschlägt. Es ist etwas anderes, das Guy an Bruno bindet und dem er nicht entkommen kann.

Erzähler: Peter Fricke
Guy Hines: Matthias Haase
Charles Anthony Bruno: Jens Wawrczek
Anne Faulkner: Esther Hausmann
Miriam Hines: Yvonne Devrient

Patricia Highsmith (1921-1995) studierte Literatur und Zoologie. Sie wurde 1950 mit ihrem Roman "Zwei Fremde im Zug" weltberühmt.